Ruhr 2030 "Städteregion Ruhr 2030" war ein mentaler Möglichkeitsraum, eine narrative Heterotopie. Ein Ort mit verschiedenen Nutzungen und Bedeutungen, an dem Geschichten erzählt wurden, die voller Widersprüchlichkeiten und Brüche waren und sich vielleicht gerade deshalb zu einem Netzwerk von Eigensinn verbunden haben.

Im Möglichkeitsraum zählt nicht der Wirklichkeits-, sondern der Möglichkeitssinn. So nannte Robert Musil die Denkweise, bei der das, was sein könnte, nicht weniger wichtig genommen wird als das, was ist. Die Pionierinnen und Pioniere der Städteregion Ruhr entdeckten die Möglichkeitsräume der Stadtlandschaft an Rhein, Ruhr und Emscher durch ihre Erzählungen. Manchmal waren es knappe Bemerkungen beim Pausengespräch einer Arbeitsgruppensitzung, manchmal ausgearbeitete Thesen für den Workshop einer Ankerveranstaltung. Eine narrative Heterotopie weckt Leidenschaften, und so kam es, daß in den vielen Stimmen gleichzeitig Hoffnung und Zorn, Freude und Enttäuschung, Zuneigung und Verständnislosigkeit zu hören ist. In diesen Erzählungen entwickelten sich die Sprache und Symbole von Kooperation und Eigensinn.

Ruhr 2030 Die Leitbilder, der stadtregionalen Kontraktes und die Leitprojekte (620 KB) der Städteregion Ruhr erzählen keine abgeschlossene Geschichte, sondern bilden eine Wegskizze für fortgesetzte Exkursionen der Ruhrgebietsstädte zu ihren wilden Grenzen. Durch übereinstimmende Ratsbeschlüsse und die Kontraktunterzeichnung haben die Städte einen formalen Tatbestand geschaffen, aber erst durch ihre kooperativen Leitprojekte und eine verstärkte Zusammenarbeit werden sie ihre Erzählungen fortführen. Durch diese Erzählungen werden die Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen beweisen, daß das, was sein könnte, auch wirklich ist.

Ruhr 2030 Die Geschichten auf dieser Webpage bilden kleinere und größere Bruchstücke der narrativen Heterotopie "Städteregion Ruhr 2030". Es handelt sich vor allem um Notizen und Skizzen des Förderturms der Visionen. Diese Erzählungen entstanden im Bewußtsein, daß achtzehn Monate einfach zu wenig Zeit für eine "große Erzählung" bieten. Gerade dieser Zeitdruck machte die Forschungsgruppe an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund nicht bloß atemlos; er zwang uns dazu, wesentlich zu sein. Viele der Notizen und Skizzen entstanden in großer Eile, zwischen Arbeitsgruppentreffen oder in Nacht- und Wochenendarbeit, während wir eigentlich schon - gemeinsam mit den städtischen Verbundpartnerinnen - mit der Vorbereitung der nächsten Ankerveranstaltung oder der Leitbildmesse "Unendliche Weite!" beschäftigt waren.

Ruhr 2030 Die Erzählungen des Förderturms der Visionen entstanden im turbulenten Dialog. Der Wunsch der Ruhrgebietsstädte nach einem Leitprojekt für stadtregionale Migrationspolitik provozierte die Vision für Neue Köpfe. Die Notwendigkeit, der verstärkten Zusammenarbeit innerhalb der Kernzone des Ruhrgebiets einen flexiblen Rahmen zu geben, inspirierte Spielregeln und die Inszenierung von Kooperation. Bei der Suche nach Lesearten und Ausdrucksformen für die Möglichkeitsräume der Städteregion Ruhr entstanden die Neunte Stadt, Exopolis und Identitäten. Der Laborbetrieb für Kooperation und Eigensinn führte zu Ereignissen, in denen das Vertrauen zwischen den Verbundstädten wuchs, durch den flexiblen Umgang mit Grenzen ohne Verzicht auf eigene Interessen gemeinsame Lösungen für schwierige Probleme zu finden. Die Antwort des Förderturms der Visionen auf die Frage, wie man denn Möglichkeitsräume bildhaft darstellen kann, lautete: Ein Film!

Und was kommt nach 2030?


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