Kreativjournale

Dr. Regina Bormann

Ruhr 2030 [...] Kreativ-Journale sind eine projektive, kreative Methode der Befragung. Sie werden da eingesetzt, wo es nicht um "harte" Daten und Fakten geht, die man mit Fragebögen, schriftlichen Befragungen oder in Interviews erhebt, sondern um eher schwierig zu fassende Dinge: Phantasien, Bilder, Symbole oder emotionale Befindlichkeiten. Man ist versucht, sie den Methoden qualitativer Sozialforschung zuzurechnen. Hier ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung geboten, weil es keine verbindlichen Modi oder Regeln der Auswertung gibt. In der für den Impulsbeitrag verwandten Form sind sie eine Eigenkreation des Förderturms der Visionen im Forschungsverbund "Städteregion Ruhr 2030".

Das Anliegen, als Grundlage für die Plakatserie sehr persönlich und emotional geprägte Vorstellungen von Menschen über ihren Lebensraum nicht nur in verbaler, sondern in visuell-darstellerischer Form zu ermitteln, geht auf Anregungen durch Literatur aus dem Bereich der klinischen Psychologie zurück (z.B. Zeintlinger-Hochreiter 1996, Petzold und Orth 1990). Vor allem die Methoden von Psychodrama und Kreativitätstheorien wie z.B. der Kunsttherapie standen Pate für die Idee, Bilder von Region auf diesem Wege zu gewinnen. Sie eint die Prämisse, daß auf dem Wege kreativen Gestaltens - hier des Malens oder Zeichnens - Wünsche und Ideale, Träume und Visionen ohne allzu offensichtliche Rücksichten auf Normen und Konventionen ausgedrückt werden können.

Ruhr 2030 Man gewinnt also "authentischeres" Material als etwa durch Befragungen, und hat zudem gegenüber standardisierten Befragungen noch den Vorteil großer Offenheit hinsichtlich der möglichen Aussagen und Themen. Die Probanden können hier zum Ausdruck bringen, was ihnen tatsächlich am Herzen liegt. Und für die Gestaltung des Impulsbeitrags liegt der Vorteil einer solchen Vorgehensweise auf der Hand: Sie würde nicht nur Einblicke in die individuellen Entwürfe von Region geben, sondern zugleich Bildmaterial für die geplante Ausstellung produzieren. So entstand die Idee, die im Zusammenhang mit den Fragen nach heutiger und künftiger regionaler Identität interessierenden Themenbereiche in die Form eines thematisch gegliederten "Kreativjournals", eines "Regionaljournals" zu bringen. [...]


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Identitätsspuren (Volltext) (165 KB)


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Pluralität von
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Kreativjournale

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10 Plakate für 1000 Möglichkeiten

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