Vokale Heterotopie
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Kamilla Kanafa: Die Grenze, als Peripherie eines Volkes, gehört dem Volk.
Aus: Friedrich Ratzel. 1940. Erdmacht und Volkerschicksal. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag. S. 31.
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Ira Janzen: Im Ruhrgebiet herrscht eine Konkurrenz der Ideale.
Aus: Heinrich Hauser. 1930. Schwarzes Revier. Berlin: S. Fischer Verlag. S. 30.
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Andreas Schulze Bäing: Erst allmählich hat sich die Grenze zur Linie verfestigt und verdünnt.
Aus: Akademie für Raumforschung und Landesplanung. 1970. Handwörterbuch der Raumforschung und Raumordnung. Hannover: Gebrüder Jänecke Verlag. S. 1060.
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Tana Petzinger: Entdeckt ist das Ruhrgebiet noch nicht.
Aus: Heinrich Böll und Chargesheimer. 1958. Im Ruhrgebiet. Köln - Berlin: Kiepenheuer & Wietsch. S. 5.
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Elke Engel: Im Ruhrgebiet ist ein Dutzend Anfänge. Hier ist ein Dutzend Mal Ende.
Aus: Joseph Roth. "Der Rauch verbindet die Städte" (1926). In: Joseph Roth. 1990. Das journalistische Werk 1924-1928. Band 2. Köln - Amsterdam. S. 33.
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Tana Petzinger: Es bleibt Mythos oder Begriff und ist doch Heimat, so geliebt wie jede andere Heimat.
Aus: Heinrich Böll und Chargesheimer. 1958. Im Ruhrgebiet. Köln - Berlin: Kiepenheuer & Wietsch. S. 5.
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Kamilla Kanafa: Die Grenze ist also immer ihrem Wesen nach veränderlich.
Aus: Friedrich Ratzel. 1940. Erdmacht und Volkerschicksal. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag. S. 31.
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Andreas Schulze Bäing: Frontier ist eine Herausforderung zur Inbesitznahme von Möglichkeitsräumen.
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Elke Engel: Land will beginnen, armseliges rauchgeschwängertes Land, doch schon kommt ein Draht herbei und dementiert es.
Aus: Joseph Roth. "Der Rauch verbindet die Städte" (1926). In: Joseph Roth. 1990. Das journalistische Werk 1924-1928. Band 2. Köln - Amsterdam. S. 33.
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Benjamin Davy: The frontier is the line of the most rapid and effective development. The wilderness masters the colonist.
Aus: Frederick J. Turner. 1894. "The significance of the frontier in American history". Annual Report of the American Historical Association for the Year 1893. S. 3-4.
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Regina Dreßler: Ich denke, daß unsere gesamte Umwelt, unser gesamtes Umfeld eigentlich durch Grenzen bestimmt ist heutzutage. Und allein von draußen nach drinnen zu gehen ist die Überwindung einer Grenze für mich.
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Christoph Dettmeier: Dadurch, daß die ganzen Städte hier so nebeneinander liegen und offiziell ja Grenzen haben, inoffiziell aber überhaupt nicht, findet so ein komisches Schwimmen von Grenzen statt, was mir natürlicher und sympathischer erscheint.
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Dieter Baum: Ich selbst bin Stadtplaner, insofern denkt man natürlich immer in Grenzen, ob es Stadtgebiete, Planungsgebiete, Stadtteile oder ähnliches sind. Aber im Privaten spielen für mich Grenzen hier im Ruhrgebiet keine Rolle.
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Wolfgang Reiniger: Die Grenzen waren für den Einzelnen eh nie wahrnehmbar. Daß es in Wirklichkeit Grenzen sind, das hat man erst gelernt, als man anfing Politik zu machen und mitbekommen hat, daß bestimmte Planungsprozesse an Grenzen halt machen und eben nicht über die Grenzen hinaus reichen.
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Klaus Tenfelde: Objektivierend betrachtet ist das Ruhrgebiet was die Grenzen betrifft Absurdistan. Es ist gerade lächerlich bemerken zu müssen, daß der Arbeitsamtsbezirk Bochum ein ganz anderer ist als der Arbeitsmarktbezirk zu dem Bochum gehört, um nur eines dieser absurden Beispiele zu nennen.
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Bernhard Bleckmann: Ich empfinde, daß in dieser Region sehr viel Blockade herrscht, sehr viel Konservatismus. Und diese Grenze zu durchbrechen wird für die Zukunft des Ruhrgebiets das Entscheidende sein.
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Jürgen Best: Ich sehe eine für mich nachvollziehbare, aber im Kern letztlich nicht begründbare Angst bei Politikern, aus Angst vor dem Verlust der jeweiligen Mikroidentität, damit meine ich diejenigen Menschen, die in den Stadtteilen wohnen und ihre Ortspolitiker wählen, aus Angst vor Verlust dieser Mikroidentität sich an das eigentlich wichtige Thema Ruhrgebiet nicht ranzuwagen, weil man Angst hat, daß der Bürger vor Ort sich erdrückt fühlt von einem Moloch Ruhrgebiet oder wie man das auch immer nennen will.
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Klaus Tenfelde: Daß Grenzen zwischen Verwaltungsbezirken sein müssen ist ja völlig unbezweifelt. Es muß Kompetenzgrenzen für Beamte geben, sonst läßt sich Recht nicht exekutieren, dieses ist ein konstituierende Merkmal des Alltags. Nur daß diese Grenzen gezogen werden müssen entlang der Bedürfnisse der Menschen oder der Großgruppen der Menschen, die wir am Orte haben, das erscheint mir ebenso evident.
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Jürgen Best: Ich glaube, die wichtigste Grenze findet zur Zeit in den Köpfen der Entscheider statt; ich kann auch umgekehrt formulieren: Wenn es diese Grenzen nicht gäbe, hätten wir das Ruhrgebiet schon längst gebacken haben müssen!
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Christoph Dettmeier: Ob man Menschen beibringen kann, eigene Grenzen zu definieren und sich aufzumachen und dem Verlust der alten Grenzen nicht nachzutrauern. Kann man - glaube ich - schon, aber es ist ein unglaublich langwieriger Prozeß. Der läßt sich mit Sicherheit nicht innerhalb einer Generation bewältigen.
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[weiter...]
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