Vorleistungen
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Tana Petzinger (Forschungskoordinatorin)
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Die erste Phase des Vorhabens Städteregion Ruhr 2030 - zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Titel "Städte im Ruhrgebiet 2030" - erstreckte sich vom Beginn der Ausschreibung des Ideenwettbewerbes "Stadt 2030" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bis zur Unterzeichnung des Vertrages von Herne (Vorhabensbeschreibung und Kooperationsvertrag) durch die neun Verbundpartnerinnen. Diesen Zeitraum kennzeichnete ein hohes Maß an personellem und finanziellem Einsatz aller Beteiligten, deren Engagement vor allem auch die wichtigste Vorleistung erbrachte: wechselseitiges Vertrauen.
1. Knotenereignis: Unterzeichnung der Ideenskizze in Dortmund
Am 13. 7. 2000 unterzeichneten Vertreterinnen der zu diesem Zeitpunkt sieben beteiligten Ruhrgebietsstädte und der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund im Harenberg City Center in Dortmund die Ideenskizze "Städte im Ruhrgebiet 2030". Damit erfüllten sie die Voraussetzung zur Teilnahme am Ideenwettbewerb "Stadt 2030" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das aufgerufen hatte, innovative Ideenskizzen für Leitbildprozesse mit einem Zeithorizont von 30 Jahren einzureichen. Den prämierten Beiträgen wurden Fördergelder für die Durchführung der Leitbildprozesse für eine Dauer von 18 Monaten zugesagt.
2. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Dortmund (Nr. 1)
Am 24.8.2000 lud die Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund in ihren Räumen zur ersten Sitzung einer Arbeitsgruppe von "Städte im Ruhrgebiet 2030", an der neben Vertreterinnen der Fakultät jeweils ein bis zwei Vertreterinnen der Städte aus den Bereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung teilnahmen. Wichtigste Themen, neben einem ersten Kennenlernen der Beteiligten, waren der aktuelle Stand des Vorhabens und die Vorbereitung eines Workshops des Beirates, der durch die Planungsdezernentinnen der Städte gebildet wurde.
3. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Essen (Nr. 2)
Bereits zwei Wochen nach der ersten konstituierenden Arbeitsgruppensitzung fand die zweite Sitzung am 7. 9. 2000 in den Räumen der Projekt Ruhr GmbH in Essen statt. Das Treffen diente dem erneuten Austausch über den aktuellen Stand des Vorhabens und den Vorbereitungen zum Beiratstreffen.
4. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Duisburg (Nr. 3)
Wiederum eine Woche nach der zweiten Sitzung lud diesmal die Stadt Duisburg zum dritten Treffen der Arbeitsgruppe am 14. 9.2000 in das Stadthaus Duisburg. Neben dem anstehenden Beiratstreffen am 22. 9. 2000 wurde über die Frage der Zusammenarbeit mit Externen und eine mögliche Erweiterung des Kreises der teilnehmenden Städte gesprochen.
5. Knotenereignis: Beiratstreffen in Dortmund
Am 22.9.2000 trafen sich die Planungsdezernentinnen der sieben Städte und Vertreterinnen der Fakultät Raumplanung erstmals zu einem ganztägigen Austausch im ILS in Dortmund. Es fand ein reger Austausch über die Projektinhalte und über den Nutzen eines Leitbildes für die Region statt. "Hoffnungsbilder" der Städte wurden diskutiert und über das weitere Projektmanagement verhandelt. Dabei wurde folgende Aufgabenteilung vereinbart: Die Steuerung und die Entscheidungsgewalt im Rahmen der Leitbilderarbeitung liegt beim Beirat, also bei den Planungsdezernentinnen und dem Projektleiter. Die Koordination des Prozesses übernimmt die Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund. Die Arbeitsgruppe dient der operativen Ausführung des Projektes. In einem nächsten Schritt sollte die Arbeitsgruppe einen Projektantrag und Verfahrensvorschläge erarbeiten.
6. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Mülheim an der Ruhr (Nr. 4)
Das vierte Treffen der Arbeitsgruppe, das am 12. 10. 2000 im Rathaus der Stadt Mülheim an der Ruhr abgehalten wurde, diente dem Bericht über das erste Beiratstreffen, der Diskussion über den Entwurf einer ersten Pressemitteilung, der Vorstellung eines Arbeitsorganigramms und der Vereinbarung weiterer Schritte für die Antragstellung. Vereinbart wurde die Durchführung eines zweitägigen Kreativlabors zur Klärung inhaltlicher Fragestellungen für die weitere Antragsbearbeitung.
7. Knotenereignis: Kreativlabor in Dortmund
Das zweitägige Kreativlabor am 9. und 10. 11. 2000 an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund stellte den ersten intensiven inhaltlichen Austausch zwischen den Verbundpartnerinnen über den anstehenden Leitbildprozeß dar. Insbesondere die Strukturierung des Leitbildprozesses, d.h. Fragen zu Inhalt, Form, Verfahren, Akteuren und Finanzierung wurden intensiv diskutiert. Erstmals war auch ein Vertreter der Stadt Herne anwesend. Angedacht wurde die Durchführung von acht Ankerveranstaltungen, die drei definierte Kernthemen (Identität, regionale Spielregeln, Ruhrgebiet als Einwanderungsland) aufgreifen sollten. Eine besondere Rolle sollte auch das Nachhaltigkeitsprinzip spielen. Der Finanzrahmen wurde zu diesem Zeitpunkt mit 3,55 Mio. DM angesetzt.
8. Knotenereignis: Finanzierungsverhandlungen mit dem Projektträger TÜV in Köln
Am 14. 11. 2000 fand in Köln das erste Gespräch zwischen Projektträger und Vertreterinnen des Vorhabens "Städte im Ruhrgebiet 2030" statt. Der Projektträger informierte über das laufende Auswahlverfahren der Modellprojekte, über die Grundzüge des Antragsverfahrens und Finanzierungsmodalitäten.
9. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Essen (Nr. 5)
Zur fünften Arbeitsgruppensitzung am 28. 11. 2000 versammelten sich die Verbundpartnerinnen im Rathaus Essen, gemeinsam mit einem Vertreter des Difu, der wissenschaftlichen Beraterinstitution des BMBF für "Stadt 2030". Das Difu berichtete über den Stand des Ideenwettbewerbs: Das ursprünglich im Ausschreibungstext beschriebene Verfahren wurde abgeändert. 21 Modellprojekte wurden zur Förderung ausgewählt, darunter auch Städte im Ruhrgebiet 2030! Nun sollten möglichst kurzfristig die konkreten Förderanträge eingereicht werden. Weitere Themen der Arbeitsgruppensitzung waren das Konzept der Ankerveranstaltungen und die Vorbereitung des zweiten Beiratstreffens im Dezember.
10. Knotenereignis: Beiratstreffen in Duisburg
Das zweite Beiratstreffen am 8. 12. 2000 im Pavillon der Duisburg-Information beschäftigte sich mit dem aktuellen Stand des Vorhabens, der Strukturierung des Leitbildprozesses, der Einbindung der Politik und mit Finanzierungsfragen. Am 6. 12. 2000 hatte der Fördergeber die 21 Modellvorhaben des Ideenwettbewerbs "Stadt 2030" offiziell bekannt gegeben, darunter Städte im Ruhrgebiet 2030. Die Ergebnisse des Kreativlabors wurden kontrovers diskutiert und die Arbeitsgruppe gebeten, bis zur nächsten Sitzung des Beirates einen konkretisierten Vorschlag für einen gemeinsamen Projektantrag zu entwickeln. Deutlich wurde, daß die Dezernentinnen den thematischen Schwerpunkt im Bereich Regionalökonomie ansiedelten.
11. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Oberhausen (Nr. 6)
Das neue Jahr 2001 begann für das Vorhaben mit der sechsten Arbeitsgruppensitzung am 8. 1. 2001 in Oberhausen. Das Treffen begann mit einer Blitzlichtrunde zu Gesprächen mit den Dezernentinnen im Nachgang des zweiten Beiratstreffens, um den aktuellen Diskussionsstand in den Städten zu beleuchten. Es wurde deutlich, daß Beirat und Arbeitsgruppe unterschiedliche Themenschwerpunkte verfolgten; der Beirat favorisierte regionalökonomische Fragestellungen, die Arbeitsgruppe befürwortete ein breiteres Themenspektrum im Sinne der Nachhaltigkeit. Die Arbeitsgruppe beschloß, diese Differenzen in erneuten persönlichen Gesprächen mit den Dezernentinnen zu erörtern. Die Projektleitung schlug eine integrierende Sichtweise (Border Studies, "Möglichkeitsmanagement") vor und bot an, ein Konzeptpapier hierzu zu erarbeiten; die Arbeitsgruppe begrüßte dies. Des weiteren wurden Fragen zum Projektmanagement, zur Projektleitung und zum Koordinationsbüro erörtert. Die Projektleitung machte deutlich, daß die hohe Arbeitsbelastung, die bislang unentgeltlich von der Fakultät Raumplanung geleistet würde, in dieser Form nicht mehr fortgesetzt werden könne; die städtischen Verbundpartnerinnen sagten Unterstützung zu.

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12. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Essen (Nr. 7)
Am 19. 1. 2001 trafen sich die Verbundpartnerinnen zur siebten Arbeitsgruppensitzung im Rathaus Essen. Für die weitere Arbeit am Förderantrag wurde eine Unterarbeitsgruppe, die "Task Force Antragstellung", eingerichtet und weitere Arbeitsaufträge für die notwendige Materialsammlung an die Städte vergeben. Darüber hinaus lag die Einladung des Difu zu einem ersten Informationsgespräch vor.
13. Knotenereignis: Finanzierungsverhandlungen mit dem Projektträger TÜV (informelles Gespräch)
Am 6. 2. 2001 fand ein weiteres Gespräch mit dem Projektträger in kleinem Kreise an der Universität Dortmund statt, um Detailfragen der Antragstellung zu besprechen.
14. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Essen (Nr. 8)
Die Arbeitsgruppe traf sich zu ihrer achten Sitzung am 16. 2. 2001 im Rathaus Essen, um über den aktuellen Stand der Vorhabensbeschreibung im Rahmen der Antragstellung zu beraten. Darüber hinaus wurden Vorbereitungen für das erste Treffen von Arbeitsgruppe und Beirat abgesprochen sowie die Frage erörtert, welche Personen an der Auszeichnung des BMBF am 15. 3. 2001 in Berlin teilnehmen werden. Auch wurden erste Schritte für die Erstellung eines Logos vereinbart.
15. Knotenereignis: Gemeinsame Sitzung des Beirates und der Arbeitsgruppe in Bochum
Am 9. 3. 2001 fand das erste gemeinsame Treffen von Arbeitsgruppe und Beirat im Krupp Torhaus in Bochum statt. Präsentiert und diskutiert wurde der erste Entwurf einer Vorhabensbeschreibung, die Grundlage für die Antragstellung beim BMBF für die Förderung des 18monatigen Leitbildprozesses war. Die Vorhabensbeschreibung wurde mit geringfügigen Änderungen in der vorliegenden Fassung angenommen. Darüber hinaus wurde der Beschluß gefaßt, das Vorhaben in "Städteregion Ruhr 2030" umzubenennen, da dieser Titel dem stadtregionalen Ansatz besser gerecht würde als "Städte im Ruhrgebiet".
16. Knotenereignis: Auszeichnung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin
Am 15. 3. 2001 zeichnete die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Edelgard Bulmahn, im Ernst-Reuter-Haus in Berlin die 21 Modellprojekte des Ideenwettbewerbs "Stadt 2030" aus. Die Planungsdezernentinnen der Städte Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Gelsenkirchen und Bochum nahmen die Auszeichnung stellvertretend für ihre Kolleginnen in den anderen Städten entgegen.
17. Knotenereignis: Beratungsgespräch mit dem Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin
Im Nachgang zur Siegerehrung trafen sich Vertreterinnen des Vorhabens Städteregion Ruhr 2030 mit Vertreterinnen des Difu am 16. 3. 2001, um die Rolle des Difu im Verfahren der Antragstellung zu erläutern, das Fördervolumen von "Stadt 2030" und den Finanzrahmen für Städteregion Ruhr 2030 zu klären und inhaltliche Fragestellungen zu diskutieren. Das Difu äußerte deutliche Skepsis zur Machbarkeit des Vorhabens.
18. Knotenereignis: Finanzierungsverhandlungen mit dem Projektträger TÜV in Essen
Im Mittelpunkt des zweiten Gespräches zwischen Projektträger und Vertreterinnen des Vorhabens am 22. 3. 2001 im Rathaus Essen stand der Entwurf der Vorhabensbeschreibung, die Klärung inhaltlicher Fragen und des Kostenrahmens (Stand zu diesem Zeitpunkt 5,2 Mio. DM) sowie die weitere Vorgehensweise. Eine mögliche Co-Finanzierung durch das Land NRW wurde vom Projektträger als grundsätzlich machbar eingeschätzt.
19. Knotenereignis: Finanzierungsverhandlungen zwischen dem Projektträger TÜV und dem Land NRW in Düsseldorf
Ein wichtiger Meilenstein zum Zustandekommen des Vorhabens stellte das Treffen von Vertretern des Landesministeriums NRW (MSWKS), des Projektträgers TÜV und der Projektleitung bzw. Städtevertreterinnen von Städteregion Ruhr 2030 am 2. 5. 2001 in Düsseldorf dar. Man vereinbarte eine Co-Finanzierung zwischen Bund, Land NRW und den Städten sowie die weiteren hierfür notwendigen Schritte.
20. Knotenereignis: Gemeinsame Sitzung des Beirates und der Arbeitsgruppe in Gelsenkirchen
Beirat und Arbeitsgruppe trafen sich am 3. 5. 2001 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen, um sich über die Ergebnisse der vorangegangenen Gespräche mit dem Difu und dem Fördergeber auszutauschen. Vereinbarungen über die Höhe der Eigenanteilsfinanzierung der Städte wurden getroffen und der Umgang mit zeitlichen Verzögerungen im Zeitplan erörtert. Weitere Task Forces zum Thema Kostenreduktion, Ratsvorlage, Öffentlichkeitsarbeit und Städtebauförderung wurden ins Leben gerufen. Darüber hinaus wurde ein erster Logo-Entwurf präsentiert, der jedoch keine Zustimmung erhielt; das Thema wurde vertagt.
21. Knotenereignis: Finanzierungsverhandlungen mit dem Projektträger TÜV in Köln
Das dritte Gespräch zwischen dem Projektträger und Vertreterinnen des Vorhabens am 22. 5. 2001 in Köln brachte eine Reihe von schwierigen und ungeklärten Fragen zur finanztechnischen Antragstellung zur Sprache. Aus Sicht des Fördergebers sollten neun einzelne Förderanträge mit jeweils einem Teil der Vorhabens-Gesamtsumme eingereicht werden. Aus Sicht der Verbundpartnerinnen wurde ein Sonderweg mit möglichst nur zwei Antragstellern (Universität und eine Stadt) favorisiert, um den Aufwand für finanzielle Transfers von Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln zwischen acht Städten so gering wie möglich zu halten. Eine Klärung der haushaltstechnischen Abwicklung wurde vertagt.
22. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Dortmund (Nr. 9)
Auf der neunten Arbeitsgruppensitzung am 31. 5. 2001 im Planungsamt Dortmund stand die finanztechnische Abwicklung des Vorhabens bzw. das hierfür notwendige Antragsverfahren im Mittelpunkt. Die vom Projektträger in Aussicht gestellte Verfahrensalternative zur Vereinfachung der Antragstellung wurde beraten und um Zeit zur Rücksprache mit den jeweiligen Stadtkämmerern ersucht. Weitere Entscheidungen: Die vorliegende Logo-Idee wurde verworfen. Für die geplanten Ankerveranstaltungen sollten konkretere Kostenaufschlüsselungen erfolgen. Die Idee einer Wissenschaftsbörse, bei der gemeinsam mit interessanten Wissenschaftlern aus der Region über mögliche Beiträge zum Vorhaben diskutiert werden sollte, wurde weiterverfolgt.
23. Knotenereignis: Arbeitsgruppensitzung in Dortmund (Nr. 10)
Die zehnte Arbeitsgruppensitzung am 8. 6. 2001 an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund stand ausschließlich unter dem Thema der Antragstellung und der hierfür notwendigen Schritte. Mit einem Vertreter des Projektträgers wurde über noch offene Punkte diskutiert. Der 4. 7. 2001 wurde als Termin zur Antragsunterzeichnung durch die Dezernentinnen festgelegt.
24. Knotenereignis: Gemeinsame Sitzung des Beirates und der Arbeitsgruppe in Herne (Vertrag von Herne)
Im Rathaus Herne wurden am 4. 7. 2001 die Vorhabensbeschreibung der Städteregion Ruhr 2030, eine Kooperationsvereinbarung und zwei Verwaltungsvereinbarungen (u.a. zum Umgang mit den beantragten Städtebaufördermittel des Landes NRW) von den Dezernentinnen unterschrieben. Somit waren nach über sechsmonatigen Vorleistungen die Voraussetzungen für die Förderung und Durchführung des Vorhabens geschaffen.